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Wohnen & Einrichten4. Juli 2026 · 5 Min. Lesezeit

Wohnung einrichten: die richtige Reihenfolge

Vom Grossen zum Feinen: Bedarf und Budget klären, Raum ausmessen und planen, Grossmöbel setzen, Licht festlegen, dann Textilien und zuletzt Accessoires – diese Reihenfolge ist bewährte Beratungspraxis, keine Norm. Echte Norm-Anker gibt es bei den Massen: Durchgänge ab 80 cm lichter Breite, Korridore ab 100–120 cm gelten im hindernisfreien Bauen als Referenz. Und da Schweizerinnen und Schweizer immer seltener umziehen (Umzugsquote 2023: 9,3 %), lohnt sich das gründliche Konzept pro Wohnstation umso mehr.

Sechs Schritte zum Einrichten: Bedarf, Raumplan, Grossmöbel, Licht, Textilien, Accessoires

Warum die Reihenfolge zählt

Einrichten scheitert selten am Geschmack und oft an der Reihenfolge: Wer zuerst Accessoires kauft und zuletzt das Sofa, verplant Budget und Fläche von hinten. Die bewährte Praxis-Reihenfolge – wir kennzeichnen sie ehrlich als Konvention, nicht als Wissenschaft – arbeitet vom Grossen zum Feinen: erst Bedarf und Budget, dann der massstäbliche Raumplan, dann die Grossmöbel, die den Raum definieren (Bett, Sofa, Esstisch, Schrankwand), danach die Lichtplanung und erst zum Schluss Textilien, Teppiche und Accessoires. Der Grund ist banal und hart: Jede spätere Stufe hängt von der früheren ab – Leuchtenauslässe folgen dem Möblierungsplan, Teppichgrössen dem Sofa.

Messen vor Kaufen: die Norm-Referenzen

Bei den Massen gibt es echte Anker. Die Schweizer Norm SIA 500 (hindernisfreies Bauen) verlangt für Türen und Durchgänge in Wohnbauten eine lichte Breite von mindestens 80 Zentimetern und für Korridore 120 Zentimeter nutzbare Breite (gerade Korridore ohne seitliche Abgänge: 100 Zentimeter). Diese Werte gelten formal dem hindernisfreien Bauen – als Komfort-Referenz für Möblierung und Verkehrswege sind sie aber die beste verfügbare Grundlage. Genauso wichtig vor jeder Bestellung: der Lieferweg. Treppenhaus, Türbreiten und Lift entscheiden, ob das Wunschsofa überhaupt in die Wohnung kommt – wir prüfen das vor jeder Lieferung, es erspart Überraschungen.

Faustregeln ehrlich einordnen: das Beispiel TV-Abstand

Viele Einrichtungs-«Regeln» tragen ein falsches Norm-Etikett. Prominentes Beispiel: die angebliche SMPTE-Regel für den Fernsehabstand. Ein entsprechendes SMPTE-Dokument ist nicht nachweisbar; dokumentiert ist die THX-Empfehlung eines Blickwinkels von rund 40 Grad aus dem Heimkino-Bereich. Praktisch bewährt hat sich die Faustregel von etwa dem 1,5- bis 2-fachen der Bilddiagonale als Sitzabstand – bei hochauflösenden Geräten darf es näher sein. Wir nennen solche Werte in der Beratung, was sie sind: Faustregeln mit Spielraum, keine Vorschriften.

Die sechs Schritte im Überblick

Zur Einordnung noch eine Zahl des Bundesamts für Statistik: 2023 zogen nur 9,3 Prozent der Bevölkerung um – der tiefste Wert seit über zehn Jahren. Man richtet sich also seltener, dafür bewusster ein. Genau dafür ist diese Reihenfolge gedacht:

  • 1. Bedarf & Budget: Wie wird gewohnt, gearbeitet, empfangen? Was darf das Ganze kosten?
  • 2. Raumplan: massstäblich ausmessen – inklusive Türen, Fenstern, Auslässen und Lieferwegen.
  • 3. Grossmöbel: Bett, Sofa, Tisch, Schrank – sie definieren Zonen und Verkehrswege (Referenz: Durchgänge ab 80 cm).
  • 4. Licht: drei Ebenen planen, bevor Elektroarbeiten oder finale Möbelpositionen fixiert sind.
  • 5. Textilien: Vorhänge, Teppiche, Bettwäsche – sie geben Akustik und Wärme.
  • 6. Accessoires & Kunst: zum Schluss, mit Ruhe – hier entsteht Persönlichkeit.

Häufige Fragen

In welcher Reihenfolge richte ich eine neue Wohnung ein?

Bewährte Praxis (Konvention, keine Norm): Bedarf & Budget → massstäblicher Raumplan → Grossmöbel → Lichtplanung → Textilien → Accessoires. Jede Stufe hängt von der vorherigen ab – deshalb vom Grossen zum Feinen.

Wie breit müssen Durchgänge zwischen Möbeln sein?

Als Referenz dienen die Masse des hindernisfreien Bauens (SIA 500): Türen und Durchgänge mindestens 80 cm licht, Korridore 100–120 cm. Für Hauptwege in der Wohnung sind das komfortable Richtwerte.

Wie viel Abstand braucht es zwischen Sofa und TV?

Eine Wohn-Norm existiert nicht. Dokumentiert ist die THX-Heimkino-Empfehlung von rund 40 Grad Blickwinkel; als Faustregel bewährt: das 1,5- bis 2-fache der Bilddiagonale, bei 4K-Geräten auch näher.

Wann lohnt sich eine professionelle Einrichtungsberatung?

Spätestens, wenn mehrere Räume, Budgetdisziplin und Lieferkoordination zusammenkommen. Da man heute seltener umzieht (Umzugsquote 2023: 9,3 %), zahlt sich ein durchdachtes Konzept pro Wohnstation über Jahre aus – bei uns sind Erstgespräch, Erstbesuch und Initialkonzept kostenlos.

Quellen & Studien

Alle Faktenaussagen in diesem Beitrag stützen sich auf die folgenden unabhängigen Quellen:

  1. Schweizer Fachstelle Hindernisfreie Architektur: Türen, Fenstertüren und Durchgänge in Wohnbauten (SIA 500:2009 – 0,80 m / Korridore 1,00–1,20 m).
  2. Bundesamt für Statistik: Umzugsstatistik 2023 (Umzugsquote 9,3 %).
  3. Optimum HDTV viewing distance – Belegsammlung inkl. THX-Empfehlung; keine nachweisbare SMPTE-Abstandsregel.
  4. CIE (2019): Position Statement on Non-Visual Effects of Light (Lichtplanung im Tagesverlauf).

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